Erlass zur Förderung von Schülern mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Neu sind folgende Regelungen:

  • Eingeschränkter Notenschutz in der Oberstufe in besonderer Form: „…bei förmlich festgestellter Lese-Rechtschreib-Schwäche [ist] auf Antrag … in den Leistungsnachweisen des Faches Deutsch sowie in der schriftlichen … Abiturprüfung Deutsch die Rechtschreibleistungen gegenüber der Bewertung für den „Inhalt“, „Aufbau und Gedankenführung“ und Sprachangemessenheit“ zurückhaltend zu gewichten.“ Voraussetzung: anerkannte LRS bis zum Eintritt in die Oberstufe
  • „Die zurückhaltende Gewichtung ist … auf dem Zeugnis zu vermerken.“
  • „Bei der Bewertung von schriftlichen Arbeiten in den Fremdsprachen sowie in den anderen Fächern ist eine förmlich festgestellte Lese-Rechtschreibschwäche entsprechend zu berücksichtigen.“
  • In der Sekundarstufe I wird bei andauernden mangelhaften Lese- und Rechtschreib-Leistungen auf Beschluss der Klassenkonferenz auch unabhängig von einer förmlichen Feststellung ein Nachteilsausgleich gewährt.

Neuorganisation des Nachteilsausgleichs bei Klausuren der Oberstufe

Nach dem LRS-Erlass und § 6 ZVO ist die Schule in der Pflicht, einen Nachteilsausgleich sicherzustellen.

Der Nachteilsausgleich erfolgt in der Regel in Form einer Arbeitszeitverlängerung (+15%). Das Problem: Dafür nötige zusätzliche Aufsichtszeiten sind vor allem dann nicht organisierbar, wenn die Arbeitszeitverlängerung in eine Folgestunde hineinragen würde. Der Raum wird neu benötigt, der Lehrer muss in eine andere Klasse.

Um dieses Problem zu lösen, hat die Schulleitung die Lehrkräfte angewiesen, die Arbeitszeit in Klausuren der Oberstufe zukünftig genau wie im Erlass „Zahl und Umfang der Klassenarbeiten in der gymnasialen Oberstufe“ und wie im Abitur in Minuten anzugeben und eine zusätzliche Arbeitszeit von +15% für den Nachteilsausgleich einzuplanen, also a) 45 Minuten +7 für eine einstündige Arbeit, b) 90 +14 Minuten für eine zweistündige, c) 135 +20 für die dreistündige und d) 180 +28 Minuten für eine 4-stündige Arbeit.

Fall a) lässt sich innerhalb eine Doppelstunde problemlos lösen, bei Einzelstunden mit der darauf folgenden Pause, Fall b) wird mit der auf eine Doppelstunde folgenden Pause gelöst.

Fall c) schließt in jedem Fall eine Pausenzeit ein, in der die Schülerinnen und Schüler wie immer weiter arbeiten können, also z.B. eine große 20 Min.-Pause. Die reguläre Abgabe erfolgt dann 20 Min. vor Ende der 3. Stunde, der Nachteilsausgleich läuft bis zum Ende der 3. Stunde.

Fall d) funktioniert entsprechend, nur dass der Nachteilsausgleich hier in die dann folgende Pause hineinreicht.

Die Lehrer schreiben künftig genau wie im schriftlichen Abitur die Abgabezeiten an die Tafel.

Verbunden damit ist natürlich der Auftrag, die Aufgaben so zu konzipieren, dass für die Schüler ausreichend Arbeitszeit zur Verfügung steht.

In der Orientierungsstufe und Mittelstufe besteht (bei anerkannter LRS) in vollem Umfang Notenschutz. Zusätzlich ist Zeitverlängerung nach o.g. Muster einzuplanen.

Ka, 15.9.2013

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