„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, das war der Aufdruck des Schildes, das wir beim YES!-Regionalfinale im Juni stolz in die Höhe recken durften. Ende September war es endlich soweit und wir machten uns auf den Weg in die Hauptstadt.

Auf der Zugfahrt arbeiteten wir fleißig an unserer Präsentation weiter, bevor wir uns nach der Ankunft mit etwas Sightseeing beim Fernsehturm und am Brandenburger Tor ablenkten.

Denn am nächsten Tag wurde es ernst. Schwer bepackt mit unserem Roll-Up-Banner und Poster erreichten wir überpünktlich das Futurium, ein Museum rund um das Thema Zukunftsgestaltung, direkt an der Spree. Dort wurden wir vom Team der Deutschen Klimastiftung, die den Wettbewerb in diesem Jahr ausrichtete, zum Technik-Check begrüßt. Nach und nach kamen immer mehr der insgesamt zehn teilnehmenden Teams an. Sie waren aus ganz Deutschland angereist, von Hamburg bis München über Erfurt bis zum Taunus. Dabei trafen wir viele neue Menschen, aber auch auf alte Gesichter, wie den RTL-Nord-Moderator Alexander Müschen, den wir bereits vom Regionalfinale in Hamburg kannten.

Und dann ging es tatsächlich mit den Pitches los. Für uns standen Eike und Hagen auf der Bühne. Jedes Team hatte 13 Minuten Zeit, seine Idee überzeugend vorzustellen. Wir waren als viertes an der Reihe, sodass der größte Stress zumindest schon am ersten Tag von uns abfiel. Nachmittags bekamen wir Zeit, uns die Ausstellung des Futuriums anzuschauen. Am Abend versammelten sich alle zu einem Pub-Quiz, bei dem man die anderen Teams besser kennenlernen konnte.

Am nächsten Morgen ging es direkt weiter mit den restlichen Präsentationen und den kurzen Pitches, in denen jedes Team, wie in einem Schnelldurchlauf, seine Idee noch einmal in 90 Sekunden zusammenfasste. Die Mittagspause vor der großen Entscheidung nutzten wir, um unser Memory-Spiel zum Deutschlernen mit einigen der Jury-Mitgliedern auszuprobieren. Dabei entstanden spannende Gespräche, denn die Jury setzte sich aus angesehenen Persönlichkeiten aus den Riegen der Deutschen Klimastiftung, der Joachim-Herz-Stiftung, des Futuriums und des Bundesministeriums für Umwelt und Klimaschutz sowie erfahrenen Gründerinnen und Gründern zusammen. Schließlich steckte nicht nur die Jury die Köpfe zusammen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Auch wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten in unserer Gruppe ein Ranking der anderen Teams erstellen, was zur Hälfte über die Sieger des Wettbewerbs entschied.

Genau diese wurden nun verkündet. Es gewann das Team EnergieFlow aus Traunstein mit einer Plattform, in der sich Mieterinnen und Mieter, die gerne Solarstrom beziehen würden, zusammenschließen können. Platz zwei belegte das Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim mit Produkten aus dem schuleigenen Obstgarten, die sie sogar zum Probieren nach Berlin mitnahmen. Auf dem dritten Platz landete schließlich ClearCloset aus Königstein bei Frankfurt mit einem KI-Assistenten, der nachhaltigere Kaufentscheidungen fördern soll. Alle Siegerteams gewannen ein Founders-Retreat für zukünftige Gründerinnen und Gründer.

Nach einer Pause, um alle Ereignisse des Tages zu verdauen, versammelten sich alle Teams am Ufer der Spree zu einer abschließenden Bootsfahrt. Die dreistündige Tour, vorbei am Bundestag, Berliner Schloss und Reichstag, bot uns noch einmal die Möglichkeit, ganz ohne Druck miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir lernten in diesen zwei unvergesslichen Tagen Menschen aus ganz Deutschland, aber auch unser eigenes Team besser kennen. So entstanden neue Bekanntschaften und Freundschaften, die uns auch über diese Veranstaltung hinaus erhalten bleiben werden.